Geschichte

Wie ein koscherer Durchgang abläuft

Das Modell, nach dem koscherer Wein in gewöhnlichen europäischen Weingütern erzeugt wird.

Koscherer Wein verlangt keine besonderen Trauben und keine besondere Technik. Die Anforderung betrifft Menschen: vom Mahlen bis zum Verschließen muss der Wein von sabbatobservanten Juden bearbeitet werden.

Daraus folgt das in ganz Europa übliche Verfahren. Der Betrieb hält die Linie an, die Anlagen werden gereinigt und gekaschert, ein Team und ein Vertreter der Zertifizierungsstelle treffen ein, und die Partie durchläuft den vollen Zyklus in den Händen des Teams, während der Kellermeister des Hauses anleitet, den Wein aber nicht berührt.

Die Einschränkungen, die die Wirtschaftlichkeit bestimmen: Metall und Kunststoff lassen sich kaschern, Holz nicht, deshalb sind Fässer, die nicht koscheren Wein enthielten, unbrauchbar und neue erforderlich. Das Anhalten der Linie kostet den Betrieb Zeit im Höhepunkt der Saison. Kleine Partien sind deshalb unrentabel: ein koscherer Durchgang beginnt sich ab einigen tausend Flaschen zu rechnen.

Auch die Zutaten fallen unter die Anforderungen: Schönungsmittel wie Gelatine, Kasein, Hausenblase und Eiweiß müssen koscher sein oder durch mineralische und pflanzliche Alternativen ersetzt werden. Deshalb wird die Zusammensetzung des Weins im Register gesondert geführt.